Gruppenbild

Marvin Kerkhoff ‐ 20. Oktober 2025

Das erste Kamingespräch

Es waren bereits einige Monde vergangen, seit 7töter den konzeptionellen Anfang nahm, bis wir uns gemeinsam in Saarbrücken zusammenfanden. Dieses Treffen wurde zum Funken, der das Kaminfeuer entfachte, an dem wir uns nun wärmen dürfen. Setzt euch an unseren Tisch – ich will euch davon berichten.

Was bisher geschah

Der DDD-Verlag ist seit jeher für seine Veröffentlichungen rund um Midgard bekannt, dessen Abschluss die Kampagne “Jenseits der Spiegel” im Jahr 2024/25 setzte. Mit den Veränderungen der Lizenz stellte sich im Jahr 2021 jedoch bereits die Frage, ob es für die Zukunft nicht mehr brauchte, als ein bestehendes Rollenspiel lediglich zu begleiten. Aus dieser Überlegung wuchs der Entschluss, ein eigenes System zu entwickeln – die Geburtsstunde von 7töter. Erste Ideen für den Hintergrund wurden gesammelt, Regeln entworfen und grundlegende Designentscheidungen getroffen. Im Laufe der Jahre verdichteten sich diese Gedanken Schritt für Schritt zu konkreteren Konzepten. Mit jedem neuen Impuls wuchs die Gruppe der Mitwirkenden, bis wir uns schließlich mit einigen Wegbegleitern an einem Wochenende in Saarbrücken zusammenfanden.

Ablauf nach Tagen

Am Freitagnachmittag, dem 17. Oktober, erreichte ich mit dem Zug Saarbrücken. Ein kurzer Abstecher in die Europa Galerie ließ bereits erahnen, dass Carsten Grebe und Dirk Richter aus Jenseits der Spiegel ebenfalls unterwegs waren, doch sie hatten die Jugendherberge schon vor mir erreicht.

Bild Spiegelgalerie

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, warteten wir gespannt auf die weiteren Teilnehmer unserer illustren Runde. Laut Agenda sollte dieser Anreisetag zunächst ein gemütlicher Plauderabend werden. Doch kaum hatten wir uns eingefunden, begann das Gespräch unweigerlich über 7töter. Noch bevor wir unseren Gruppenraum bezogen, waren wir mitten im Prozess. Der Abend verlief zwar unsortiert, doch bereits erstaunlich ertragreich: wir diskutierten erneut über Regelentscheidungen und über den namensgebenden Siebentöter. Die Stunden vergingen wie im Flug und ehe wir uns versahen, zeigte das Stundenglas bereits zwei Uhr nachts. Zeit, sich weiteren Träumen hinzugeben.

Nach dem gemeinsamen Frühstück begann der Samstag mit viel Energie. Den Auftakt bildete ein kurzer Erfahrungsaustausch zur Spiegel-Kampagne, doch bald rückte das Wesentliche in den Fokus: die Frage nach der Kommunikationsstrategie und welche Kernbotschaften wir nach außen tragen, um 7töter klar und überzeugend zu beschreiben.

Die Entrückten Lande sind ein Ort, an dem Mythen, Märchen und Legenden lebendig werden. Hier verschwinden Götter, ein Schattenschleier legt sich über die Welt, und aus den Legendarien erwachen Figuren, die selbst Teil ihres großen Erbes sind. Dieses Rollenspiel entführt dich in eine mystische Realität, die dir fremd erscheint und doch vertraute Züge trägt – ein Erwachungsmoment zwischen Geheimnis und Wiedererkennen. Mit klaren, tiefgehenden Regeln und einer Balance aus Erzählung und Mechanik öffnen wir die Tore zu einer Welt unendlicher Geschichten.

Am Nachmittag richteten wir den Blick auf das Layout. In einer lebendigen Feedbackrunde kamen zahlreiche Wünsche und Ideen zusammen, die ich noch zu ordnen und zu gewichten hatte. Die visuelle Repräsentation gab uns einen Vorgeschmack auf das, was später entstehen wird, und machte die Arbeit greifbar. Schließlich wandten wir uns noch den Bildwelten zu, die in künftigen Publikationen Gestalt annehmen sollen. Im Anschluss widmeten wir uns einem weiteren Brainstorming zur Vorbereitung eines möglichen Crowdfundings. Dabei entstand eine Liste vielversprechender Ideen, die wir vorerst noch unter Verschluss halten. 😉

In einem weiteren Themenblock widmeten wir uns der Charaktererschaffung im Detail. Damiri Knapheide und Dirk Richter führten uns strukturiert durch die einzelnen Schritte, während wir gemeinsam über mögliche Verbesserungen diskutierten. Den Abschluss des Tages bildete schließlich die Konzeption des Projektbeginns. Hier stand die Frage im Raum, welche Arbeiten nun vorrangig anzugehen sind und welche Teams gebildet werden müssen, um einen frühestmöglichen Start im Jahr 2026 sicherzustellen.

Brainstorming

Am Sonntag führten wir die Fäden der vorangegangenen Diskussionen zusammen. In diesem Zuge wurde das Projektteam geformt, die Rollen klar verteilt und die Zuständigkeiten verbindlich besprochen. Das Ziel war beschlossen das erste Quartal ‘26 soll der Startschuss für 7töter werden!

Inhalte & Ergebnisse

Im Verlauf unseres Wochenendes konnten wir nicht nur zentrale Fragen klären, sondern auch wertvolle Ergebnisse erzielen, die den weiteren Weg für 7töter prägen werden:

Als konkretes Zielprojekt wurde die Vorbereitung des Grundregelwerk beschlossen, mit einem Quickstarter mit folgenden Inhalten:

Fazit

Drei ereignisreiche Tage lagen hinter uns – erfüllt von Ideen und Resultaten, von Fantasie und der Erkundung mystischer Orte. Der Entschluss, 7töter im ersten Quartal 2026 der Öffentlichkeit zu präsentieren, beflügelte das gesamte Team. Ich hätte mir unser Treffen kaum besser vorstellen können: die gelöste Atmosphäre und die spürbare Aufbruchstimmung waren hervorragend. Selbst strittige Punkte wurden professionell und stets im Sinne des Projekts diskutiert. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten: Bettina und Hajo, Zoran, Damiri, Carsten, Dirk.

Vielleicht war es kein Zufall, sondern eine Prophezeiung, dass genau 7 Teilnehmer in Saarbrücken das Feuer erneut entfachten. Vom gemeinsamen „Schwampf“ bis zum letzten Mittagessen fühlte sich unsere Gemeinschaft am imaginären Kaminfeuer wohl. Der Funke ist übergesprungen – und steigt nun durch den Schlot empor, hinauf in den Himmel, um die Flamme der Fantasie in weiteren Herzen zu entfachen.

Abenteurerin mit Fakel

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Spezies zum Spielstart

Zu Spielbeginn gibt es sieben spielbare Spezies zur Auswahl, die dir deinen Pfad ins Abenteuer weisen:

Ursprung des Schattenschleiers

„Setzt euch ruhig ans wärmende Feuer, Fremde. Die Nacht ist dunkel, und es heißt, in solchen Stunden greifen die Gräuel aus der Vergangenheit nach dem Verstand. Einige vermeinen, unheilvolle Stimmen aus dem Schatten zu vernehmen, die besser ungehört geblieben wären. — Aber ich merke schon, ihr wollt wissen, was die Schatten raunen, nicht wahr? — Also, hört gut zu, doch vergesst nicht, manches Wissen trägt einen Preis.

Es gibt alte Weisen, die nur noch als Flüstern durch die Lande ziehen. Sie künden von sieben Wesen, von uralten Mächten, deren Einfluss einst überall spürbar war. Doch fragt nach ihnen, und ihr werdet nichts finden, außer zerfallene Ruinen und geborstene Steine, auf denen die Zeit längst alle Namen ausgelöscht hat. Die alten Götter? Falls es sie je gab, dann sind sie mit dem Aufkommen des Schleiers verschwunden. Es wird gesagt, sie wurden aus Raum und Zeit getilgt, verschlungen von etwas Schrecklichem, das niemals hätte existieren dürfen.

Denn es gab noch eine achte Macht. Keine Gebete wurden ihr dargebracht, kein Tempel stand für sie, aber die Ängste, an denen sie sich gierig labte, waren ihr Opfer. Es war etwas ewig Hungriges, in der Dunkelheit lauernd zwischen den Dingen, etwas, das einflüsterte, schmeichelte, lockte, nur um alles zu betrügen. Seine Worte waren sanft wie der Wind, sein Versprechen süßer als Honig, doch wer sie hörte, war bereits verloren. Selbst heute nennen es manche noch den Verschlinger. Einer nach dem anderen fielen die Sieben, ob durch Täuschung, Verrat oder durch eine Kraft, die keiner von ihnen verstand.

So kam der Schleier aus den Schatten wie eine dunkle Nebelwand aus Zwielicht. Er zog undurchdringliche Grenzen, wo zuvor keine waren. Mit ihm schwand, was einst war. Keine Chronik nennt mehr die wahren Namen der Sieben, kein Lied kündet mehr von ihrer Pracht. Es gibt nur noch Fragmente – Reste wie Echos einer Vergangenheit aus Bruchstücken, die niemand mehr ganz versteht.

Aber es gibt noch eine andere Geschichte – eine, die nur selten erzählt wird. Man sagt, dass eine Waffe die Zeugen dieses Untergangs überdauerte. Eine Streitaxt, gezeichnet von der Zeit selbst, getränkt mit dem Wissen jener, die fielen. Fluchbringer wird sie genannt, doch ihr wahrer Name ist längst vergessen. Ihr Blatt wurde geschmiedet aus den Schwaden des Schleiers. Auf ihrer unheilvollen Schneide sollen die Schreie der Gefallenen nachhallen. Es wird erzählt, man könne das lockende Flüstern hören, könnte Siebentöter selbst erspüren – oder gar ihn damit aufhalten. Doch wer diese Waffe trägt, führt ein Verhängnis mit sich.

Eines ist sicher: Siebentöter lauert noch immer jenseits der Schatten. Manche sagen, er sei der dunkle Schleier selbst, aus verdichteten Schatten gewoben, lauernd zwischen all den sieben Schichten des Zwielichts, das selbst die ganzen Lande umfließt. Andere behaupten, seine Stimme, voller Verheißungen, sei noch immer zu hören, geflüstert in den Träumen derer, die zu viel wissen wollen. Und es gibt sie noch. — Jene, die sich nach den Bruchstücken der Vergangenheit sehnen, nach den letzten Relikten verschwundener Mächte. Doch wer sie findet, wer zu tief in die alten Mythen eintaucht, könnte mehr verlieren als nur sich selbst.

Also fragt euch, Reisende, wollt ihr wirklich mehr wissen? Oder ist es besser, sich durch das Lagerfeuer wärmen zu lassen, die Nacht zu überstehen und weiterzuziehen, ohne einen zu langen Blick in die Dunkelheit hinter den Schatten zu werfen?“