Marvin Kerkhoff ‐ 07. Februar 2026
Die ersten SchritteManchmal braucht es nur einen Tisch, ein paar gute Ideen und Menschen, die motiviert sind, gemeinsam weiterzudenken. Genau so fühlte sich unser jüngstes Treffen an. Während ein Teil des Teams immer noch emsig am Quickstarter Abenteuer schrieb oder Illustrationen entwarf, traf sich ein Teil des Teams in Göttingen, um einen Blick auf den aktuellen Stand von 7töter zu werfen.
Zu Beginn stand die einfache, aber entscheidende Frage: Wo stehen wir eigentlich? In einer kurzen Bestandsaufnahme blickten wir auf die bisherigen Fortschritte und auf die nächsten Etappen. Der Quickstarter rückt spürbar näher, und mit ihm der Moment, in dem wir die Tore zu den Entrückten Landen erstmals für andere öffnen.
Ein zentraler Teil des Tages gehörte der Regelkunde. In einer kompakten Einführung erhielten alle Anwesenden noch einmal einen Überblick über die aktuellen Mechaniken. Das System setzt auf einen W20 und einen W8, bei dem hohe Ergebnisse zählen und die 20 als Schwellenwert über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. In manchen Situationen folgen darauf Trutztests oder Schaden. Besondere Würfe erzeugen dabei die sogenannten Güldenen, die erzählerische Impulse ins Spiel bringen können.
Doch Regeln bleiben Theorie, solange sie nicht am Spieltisch bestehen. Deshalb folgte auf die Einführung das gemeinsame Erstellen von Charakteren. Zunächst durften wir uns für das Kauf- bzw. Baukastensystem oder das Würfelsystem entscheiden. Wir prüften ob Attribute, Begabungen und Optimierungen, sowie Zauber- und Waffenumgang sauber ineinander griffen. Das Klassensystem bot für uns eine ausgewogene Mischung in der Gruppe, wir sahen aber noch Optimierungspotenzial bei der Individualisierung einiger Figuren. Besonders prägend bleibt die Verbindung der Figuren mit den Legendarien. Sie bilden einen Kern des Settings und sind eng mit der Entstehung der Charaktere verknüpft, ohne dabei Charaktere zu Superhelden zu machen.
Neben der Mechanik wurde auch der bisher zweiseitige Charakterbogen noch einmal auf die Probe gestellt. Sind alle Informationen vorhanden? Stimmen die Annahmen, die wir im Layout getroffen haben? Findet sich ein Neuling im System schnell genug zurecht? Ist er lesbar? Wie wird die künstlerische Ausarbeitung eingeplant? All dies sind Fragen, die wir beantworten müssen.
Die Figuren wurden danach in einer kleinen improvisierten Kampfszene getestet. Die Erfahrung war aufschlussreich: Einige Mechaniken fühlten sich sofort stimmig an, andere wurden direkt diskutiert und hinterfragt. Hierbei wurde das System hinter den Güldenen besonders hinterfragt und hinsichtlich der Zielsetzung optimiert. Güldene sind nun nicht mehr nur eine Möglichkeit, Würfelwürfe zu wiederholen oder etwas in der Welt zu verändern, sondern die genutzten Güldenen dienen auch als Erfahrungspool für die Gruppe.
Am Nachmittag sammelten wir Eindrücke aus dem Probespiel und sprachen über die nächsten Schritte der Kommunikation. Ein Projekt wie dieses lebt nicht nur von Regeln und Ideen, sondern auch davon, wie es nach außen getragen wird. Deshalb diskutierten wir, wie digitale und analoge Kanäle zusammen spielen können und wer welche Aufgaben übernimmt. Auch die VTT Unterstützung kam noch einmal auf die Tagesordnung. Später am Abend richtete sich der Blick noch weiter in die Zukunft: auf mögliche Con-Auftritte, ein wachsendes Supportteam und die Frage, wie wir Menschen einladen können, Teil dieses Weges zu werden.
Der Quickstarter bleibt der nächste große Meilenstein. Er soll einen ersten Zugang zu Welt und Regeln bieten und den Grundstein für alles legen, was danach folgt. Anschließend ist das Grundregelwerk geplant, das nach aktuellem internen Ziel bis Ende 2026 erscheinen soll. Darauf aufbauend sollen Abenteuer und weitere Settingbände die Entrückten Lande vertiefen.
Am Ende des Treffens blieb vor allem ein Gefühl zurück: dass sich die vielen einzelnen Ideen immer stärker zu einem gemeinsamen Ganzen verbinden. Noch ist vieles in Bewegung, noch werden Mechaniken geschärft und Hintergründe weiterentwickelt. Doch mit jedem Treffen, jedem Probespiel und jedem Gespräch wird deutlicher, wie sich aus all diesen Fragmenten langsam eine Welt formt.